Rentenanpassung 2019

Rentenanpassung 2019

Lohn- und Beschäftigungsplus lassen Renten um gut drei Prozent steigen

28. März 2019 | Zum 1. Juli 2019 werden die Renten der rund 21 Millionen Rentnerinnen und Rentner turnusgemäß angepasst. Der aktuelle Rentenwert steigt um 3,18 Prozent von 32,03 Euro auf 33,05 Euro und der aktuelle Rentenwert (Ost) wird um 3,91 Prozent von 30,69 Euro auf 31,89 Euro erhöht. Die Faktoren der Anpassungsformel tragen in unterschiedlicher Weise zum Ausmaß der diesjährigen Rentenerhöhung bei. Zudem ist für Renten (-teile), die auf Entgeltpunkten (Ost) basieren, die Vorgabe des § 255a SGB VI zu beachten (gesetzlich vorgegebene Angleichungsschritte der Ostrenten). – Und schließlich müssen die Anpassungen in den Jahren 2019 bis 2025 sicherstellen, dass das Rentenniveau den Wert von 48 Prozent nicht unterschreitet (Niveau-Haltelinie).

Die jährlich Rentenanpassung wird von insgesamt drei Faktoren bestimmt:

  • der Entwicklung der beitragspflichtigen Entgelte,
  • der Belastungsveränderung bei den Altersvorsorgeaufwendungen der Aktiven (Beitragssatz zur Rentenversicherung sowie privater Altersvorsorgeanteil) und
  • dem sogenannten Nachhaltigkeitsfaktor.

Maßgebend ist die Veränderung der diese Faktoren bestimmenden Werte im Vorjahr zum vorvergangenen Jahr – für die Anpassung 2019 wird also Bezug genommen auf die Veränderungen in 2018 gegenüber 2017. Angepasst werden der aktueller Rentenwert (AR) bzw. der aktuelle Rentenwert (Ost) (AR(O)); die aktuellen Rentenwerte entsprechen dem Monatsbetrag der Rente für ein Jahr Beitragszahlung auf Basis des jeweiligen Durchschnittsentgelts und einem Zugangsfaktor von 1,000 – also ohne Rentenabschläge oder Rentenzuschläge.

aktueller Rentenwert

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Die Anpassung erfolgt getrennt für die alten und die neuen Länder; maßgebend für die Entgeltentwicklung des Vorjahres ist der jeweils vorläufige Stand im März des Anpassungsjahres. Die regionale Entgeltwicklung in den neuen Ländern ist seit der Anpassung 2018 nur noch für die sogenannte Vergleichsrechnung maßgebend; führt das bis 2017 praktizierte Anpassungsverfahren zu einem höheren AR(O) als er durch die gesetzliche Angleichungstreppe des § 255a Abs. 1 SGB VI vorgegeben ist, so gilt der Vergleichswert als neuer AR(O). – Bei den Veränderungsraten des durchschnittlichen Beitragssatzes sowie den Belastungsveränderungen bei den Altersvorsorgeaufwendungen der Aktiven und des Rentnerquotienten im Rahmen des Nachhaltigkeitsfaktors handelt es sich um bundeseinheitliche Werte.

Entgeltfaktor

In die Bestimmung des Entgeltfaktors fließen seit dem  Rentenversicherungs-Nachhaltigkeitsgesetz zwei Entwicklungen ein. Seither wird der Entgeltfaktor nicht mehr (nur) auf Basis der Bruttolöhne und -gehälter je Arbeitnehmer entsprechend den Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnungen (VGR) bestimmt; die Anpassung der Renten richtet sich daneben auch nach der Entwicklung der beitragspflichtigen Entgelte der Versicherten.


Rentenanpassungsformel

AR(t) = zu bestimmender aktueller Rentenwert ab dem 1. Juli
AR(t-1) = bisheriger aktueller Rentenwert
ÄB = Äquivalenzbeitragszahler
ÄR = Äquivalenzrentner
BEVGR(t-1) = Bruttolöhne- und -gehälter je Arbeitnehmer im vergangenen Kalenderjahr
BEVGR(t-2) = Bruttolöhne- und -gehälter je Arbeitnehmer im vorvergangenen Kalenderjahr
BEVGR(t-3) = Bruttolöhne- und -gehälter je Arbeitnehmer im dritten der dem Anpassungsjahr vorausgehenden Kalenderjahr
bBE(t-2) = beitragspflichtige Bruttolöhne- und -gehälter je Arbeitnehmer ohne Beamte einschließlich der Bezieher von Arbeitslosen- und Kurzarbeitergeld (Alg, Kug) im vorvergangenen Kalenderjahr
bBE(t-3) = beitragspflichtige Bruttolöhne- und -gehälter je Arbeitnehmer ohne Beamte einschließlich der Bezieher von Alg und Kug im dritten der dem Anpassungsjahr vorausgehenden Kalenderjahr
AVA2012 = 4,0 Prozent Altersvorsorgeanteil seit 2012
RVB(t-1) = durchschnittlicher Beitragssatz in der allgemeinen Rentenversicherung im vergangenen Kalenderjahr
RVB(t-2) = durchschnittlicher Beitragssatz in der allgemeinen Rentenversicherung im vorvergangenen Kalenderjahr
RQ(t-1) = Rentnerquotient im vergangenen Kalenderjahr
RQ(t-2) = Rentnerquotient im vorvergangenen Kalenderjahr
α = 0,25
In der Formel des § 68 Abs. 5 SGB VI werden mit dem Faktor BEVGR unterschiedliche Größen bezeichnet, je nachdem, auf welches Jahr der Faktor bezogen wird; in der hier ausgewiesenen Formel sind die Faktoren eindeutig definiert.

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Hintergrund für die Änderung des Verfahrens ist der Umstand, dass die VGR-Werte unter anderem nicht beitragspflichtige Entgeltteile oberhalb der Beitragsbemessungsgrenze oder auch solche Entgeltbestandteile enthalten, die beitragsfrei in eine Anwartschaft auf betriebliche Altersversorgung umgewandelt wurden. Diese beitragsfreien Entgelte bzw. Entgeltbestandteile tragen nicht zur Finanzierung der Renten bei und sollen daher auch auf deren Anpassung keinen Einfluss haben.

Da die Löhne und Lohnbestandteile, die in der Rentenversicherung tatsächlich verbeitragt werden, nicht zeitnah vorliegen und erst mit einem »time-lag« von gut zwei Jahren bei der Rentenanpassung berücksichtigt werden können, greift die Anpassungsformel hinsichtlich der Lohn- und Gehaltsentwicklung des Vorjahres weiterhin alleine auf die VGR-Entgelte zurück. Schließlich sollen die Renten zeitnah an der Lohnentwicklung teilhaben können.

Der Entgeltfaktor der Anpassungsformel berücksichtigt demnach zwei Entwicklungen:

  • die Veränderung der VGR-Entgelte des Vorjahres und
  • die relative Abweichung zwischen der Lohnentwicklung nach den VGR-Daten und der beitragspflichtigen Lohnentwicklung für das vorvergangene Jahr.

Sofern die Entwicklung der VGR-Löhne von der Entwicklung der beitragspflichtigen Löhne abweicht, wird dies bei der jeweils nächsten Anpassung über die Formel zur Berechnung des Entgeltfaktors automatisch korrigiert. Die Bruttolöhne und -gehälter je Arbeitnehmer (nach VGR) sind im Jahr 2018 gegenüber dem Jahr 2017 um 2,87 Prozent (alte Länder) bzw. um 3,39 Prozent (neue Länder) gestiegen.

Zur Bestimmung des Entgeltfaktors der Anpassungsformel wird das Durchschnittsentgelt nach VGR des jeweils vorvergangenen Jahres (in diesem Fall also 2017) mit folgendem Faktor gewichtet:

(BEt-2/BEt-3)/(bBEt-2/bBEt-3).

Auf diese Weise findet die relative Abweichung zwischen der Lohnentwicklung gemäß VGR und der beitragspflichtigen Lohnentwicklung für das vorvergangene Jahr Eingang in die Bestimmung des Entgeltfaktors. Wenn der Wichtefaktor größer (kleiner) als Eins ist, die beitragspflichtigen Entgelte also schwächer (stärker) gestiegen sind als die VGR-Entgelte, dann werden die VGR-Bruttoentgelte rechnerisch erhöht (gesenkt) und der Entgeltfaktor der Anpassungsformel damit gesenkt (erhöht).

Im Jahr 2017 sind die beitragspflichtigen Entgelte im Westen mit einem Zuwachs von 2,26 Prozent leicht schwächer gestiegen als die VGR-Entgelte (2,87 Prozent); auch im Osten haben sich die beitragspflichtigen Entgelte mit 2,89 Prozent schwächer entwickelt als die VGR-Entgelte (3,39 Prozent). Damit beträgt der Wichtefaktor für das VGR-Entgelt des vorvergangenen Jahres im Westen 1,0046 und im Osten 1,0038. In beiden Regionen wirkt der Wichtefaktor demnach anpassungsdämpfend.


Werte der Rentenanpassung 2019

Werte Alte Länder Neue Länder
ARt-1 bzw. AR(O)t-1 (2018) 32,03 € 30,69 €
Bruttolöhne und -gehälter 2016 (BEt-3) 34.205 € 27.868 €
Bruttolöhne und -gehälter 2017 (BEt-2) 35.139 € 28.782 €
Bruttolöhne und -gehälter 2018 (BEt-1) 36.146 € 29.757 €
beitragspflichtige Bruttolöhne und -gehälter 2016 (bBEt-3) 31.672 € 26.721 €
beitragspflichtige Bruttolöhne und -gehälter 2017 (bBEt-2) 32.387 € 27.492 €
Altersvorsorgeanteil 2012 (AVA2012) 4,0%
durchschnittlicher RV-beitrag 2017 (RVBt-2) 18,7%
durchschnittlicher RV-beitrag 2018 (RVBt-1) 18,6%
Rentnerquotient 2017 (RQt-2) 0,5189
Rentnerquotient 2018 (RQt-1) 0,5057
ARt bzw. AR(O)t gem. § 255a Abs. 1 SGB VI (Angleichung 95,8 v.H.) (2019) 33,05 € 31,89 € *
AR(O)t gem. § 255a Abs. 2 SGB VI (Vergleichswert) (2019) - 31,85 € *
* Ist der Wert nach § 255a Abs. 2 SGB VI höher, so gilt dieser als AR(O)t

Im Ergebnis beträgt der Entgeltfaktor der diesjährigen Anpassung in den alten Bundesländern

Entgeltfaktor

In den neuen Bundesländern führen die Ausgangsdaten zu einem Entgeltfaktor in Höhe von

Entgeltfaktor-Ost

Erforderlich ist die Bestimmung des Entgeltfaktors (Ost) nur noch für die Ermittlung des Vergleichswerts nach § 255a Abs. 2 SGB VI.

Infolge der Gewichtung wird das VGR-Entgelt des Jahres 2017 in West und Ost rechnerisch erhöht. Im Westen betrug das durchschnittliche VGR-Entgelt 2017 35.139 Euro – der gewichtete Betrag fällt mit 35.302 Euro um knapp 0,5 Prozent höher aus. Im Osten belief sich der VGR-Wert auf 28.782 Euro – der gewichtete Betrag liegt mit 28.892 Euro um rund 0,4 Prozent höher. Damit fällt der Anstieg der anpassungsrelevanten Entgelte in beiden Regionen geringer aus als der Anstieg der VGR-Entgelte. – Im Ergebnis trägt der Entgeltfaktor mit 2,39 Prozentpunkten (West) bzw. 2,99 Prozentpunkten (Ost – nur im Rahmen der Vergleichsrechnung) zur diesjährigen Rentenanpassung bei.

»Riester-Faktor«

Der in der Anpassungsformel zu berücksichtigende Altersvorsorgeanteil (AVA) beträgt 4,0 Prozent. Für die Anpassungsjahre vor 2013 war er mit den in der nachfolgenden Tabelle ausgewiesenen Werten vorgegeben (»Riester-Treppe«). Erstmals zu Buche schlug die Veränderung des AVA bei der Rentenanpassung zum 1. Juli 2003.

Wegen der im Jahre 2004 gesetzlich verordneten Nullrunde wurde auch der AVA für 2003 nicht erhöht; nur so ließ sich erreichen, dass die anpassungsmindernde Wirkung der »Riester-Treppe« im Ergebnis voll ausgeschöpft werden konnte. Eine nochmalige Streckung der »Riester-Treppe« auf Grund der gesetzlichen Nullrunde 2006 erübrigte sich, da im Zuge der Gesetzgebung zur Rente mit 67 das Nachholen von als Folge der allgemeinen Schutzklausel (Ausschluss einer Senkung der Rentenwerte) nicht realisierter Anpassungsdämpfungen ab dem Jahr 2011 beschlossen wurde (sogenannter »Ausgleichsbedarf«). Mit dem Gesetz zur Rentenanpassung 2008 wurde die »Riester-Treppe« ein weiteres Mal gestreckt – 2007 und 2008 änderte sich der AVA demnach nicht. Damit sollte in den Jahren 2008 und 2009 ein höherer Anpassungssatz ermöglicht werden.

Die anpassungsmindernde Berücksichtigung des AVA wurde damit begründet, dass seit 2002 allen Arbeitnehmern die staatlich geförderte private Altersvorsorge offensteht; die hierfür erforderlichen Prämien reduzieren – vergleichbar einem steigenden Beitragssatz zur Rentenversicherung – deren verfügbare Einkommen. Diese steigende Belastung der Aktiven müsse, so die seinerzeitige Begründung des Gesetzgebers, an die Rentner in Form geringerer Rentensteigerungen weitergegeben werden. Dabei spielt es für die Berücksichtigung des AVA keine Rolle, ob tatsächlich alle Berechtigten private Vorsorge im unterstellten Umfang betreiben. Selbst wenn sich kein einziger Arbeitnehmer auf die staatlich geförderte Privatvorsorge eingelassen hätte, wäre bei der Rentenanpassung unterstellt worden, dass alle Arbeitnehmer eine zusätzliche und bis 2012 prozentual steigende Abgabenlast tragen. An-passungsmindernd berücksichtigt wurde zudem der Bruttoanteil ohne Abzug der staatlichen Fördermittel, obwohl die auch von den Rentnern über deren direkte und indirekte Steuern mit finanziert werden.

Der jahresdurchschnittliche Beitragssatz zur allgemeinen Rentenversicherung (RVB), die zweite Größe des »Riester-Faktors«, ist 2018 gegenüber 2017 um 0,1 Prozentpunkt von 18,7 Prozent auf 18,6 Prozent gesunken. Für die Anpassung 2019 ergibt sich somit ein »Riester-Faktor« von

Riester-Faktor

Für die Anpassung 2019 wirkt der Faktor demnach im Umfang von 0,13 Prozentpunkten anpassungssteigernd.

Auch wenn der Altersvorsorgeanteil seit 2012 unverändert bei 4,0 Prozent liegt und anpassungsmindernde Veränderungen nach derzeit geltendem Recht nicht mehr Platz greifen, hat seine weitere Berücksichtigung im »Riester-Faktor« dennoch anpassungsrelevante Wirkungen: Jede Veränderung des Beitragssatzes zur allgemeinen Rentenversicherung schlägt dadurch rechnerisch etwas stärker zu Buche – positiv wie negativ.

Nachhaltigkeitsfaktor

Der Wert des Nachhaltigkeitsfaktors wird bestimmt durch die Entwicklung des Rentnerquotienten sowie den mit einem Wert von 0,25 vorgegebenen Parameter »Alpha«.

Der Rentnerquotient (vgl. Übersicht) drückt das rechnerische Verhältnis von Rentnern zu Beitragszahlern aus. Gegenüber dem Jahr 2017 ist der Rentnerquotient 2018 gesunken – von 0,5189 auf 0,5057; der Wert 1 - (RQt-1 / RQt-2) fällt damit positiv aus (0,0254). Denn während die Zahl der Äquivalenzrentner 2018 nur um 0,39 Prozent stieg (West 0,55 Prozent, Ost -0,2 Prozent), legte die Zahl der Äquivalenzbeitragszahler um 3,01 Prozent zu (West 2,95 Prozent, Ost 3,31 Prozent).


Rentnerquotient

Kern des mit dem RV-Nachhaltigkeitsgesetz in die Anpassungsformel eingeführten Nachhaltigkeitsfaktors ist die Veränderung des Rentnerquotienten. Er drückt das rechnerische Verhältnis von Rentenempfängern zu Beitragszahlern aus; eine Erhöhung des Rentnerquotienten – von der für die Zukunft auszugehen ist – führt zu einem Nachhaltigkeitsfaktor von kleiner als Eins und dämpft dadurch die Rentenanpassungen zusätzlich zu den Wirkungen des »Riester-Faktors«. Um rechnerische Verzerrungen zu vermeiden, wird bei der Bildung des Quotienten auf so genannte Äquivalenzrentner (Zahl der rechnerischen Standardrenten) und Äquivalenzbeitragszahler (auf Durchschnittsverdiener normierte Anzahl der Beitragszahler) zurückgegriffen. Die Werte werden zunächst für die alten und neuen Länder getrennt berechnet und anschließend addiert.

  Alte
Länder
Neue
Länder
Gesamt
Ermittlung der Äquivalenzrentner (ÄR)
Renten-Volumen 20171 200.647.784 54.277.140  
Renten-Volumen 20181 206.951.745 56.055.893  
Standard-Rente 20172 16.599,60 15.754,50  
Standard-Rente 20182 17.026,20 16.302,60  
ÄR 20173 12.088 3.445 15.533
ÄR 20183 12.155 3.438 15.593
Ermittlung der Äquivalenzbeitragszahler (ÄB)
Beitrags-Volumen 20174 176.667.165 27.736.148  
Beitrags-Volumen 20184 184.669.570 28.946.401  
Beiträge auf BE 20175 6.938,26 6.198,75  
Beiträge auf BE 20185 7.044,38 6.262,78  
ÄB 20176 25.463 4.474 29.937
ÄB 20186 26.215 4.622 30.837
Rentnerquotient7
2017     0,5189
2018     0,5057

1 abzüglich erstatteter Aufwendungen für Renten und Rententeile in Tsd. Euro
2 Jahresbruttorente bei 45 persönlichen Entgeltpunkten in Euro
3 Rentenvolumen dividiert durch Standardrente in Tsd.
4 Beitragsvolumen der versicherungspflichtig Beschäftigten, der geringfügig Beschäftigten und der Bezieher von Arbeitslosengeld in Tsd. Euro
5 in Euro; der ausgewiesene Betrag ergibt sich durch Anwendung des durchschnittlichen kalenderjährlichen Beitragssatzes auf das (vorläufige) Durchschnittsentgelt der Anlage 1 zum SGB VI. Dieses beträgt für die alten Länder 2017 37.103 Euro und 2018 37.873 Euro; das Durchschnittsentgelt Ost ergibt sich nach Division dieser Werte durch den vorläufigen Umrechnungswert der Anlage 10 zum SGB VI (2017 1,1193 und 2018 1,1248)
6 Beitragsvolumen dividiert durch Beiträge auf Durchschnittsentgelt in Tsd.
7 Äquivalenzrentner dividiert durch Äquivalenzbeitragszahler

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Die Veränderung des so ermittelten Rentnerquotienten ist im Rahmen des Nachhaltigkeitsfaktors über den Parameter Alpha (0,25) zu einem Viertel anpassungsrelevant. Der Parameter Alpha ist die politische Stellschraube für die Höhe des Nachhaltigkeitsfaktors. Die seinerzeitige Festlegung auf einen Wert von 0,25 war willkürlich und alleine dem politisch vorgegebenen Ziel geschuldet, den Beitragssatzanstieg zur allgemeinen Rentenversicherung bis 2020 auf 20 Prozent und bis 2030 auf 22 Prozent zu begrenzen. Sobald dieses Ziel gefährdet ist, kann der Gesetzgeber den Parameter jederzeit erhöhen und damit die Anpassungssätze für die Zukunft noch »nachhaltiger« beeinflussen.

Für die Anpassung 2019 ergibt sich aufgrund der außerordentlich positiven Beschäftigungsentwicklung und des in deren Folge gesunkenen Rentnerquotienten ein Nachhaltigkeitsfaktor von:

Nachhaltigkeitsfaktor

Damit wirkt der Nachhaltigkeitsfaktor im Rahmen der Rentenanpassung 2019 in einem Umfang von 0,64 Prozentpunkten anpassungssteigernd.

Aktueller Rentenwert 2019

Der neue AR ergibt sich aus der Multiplikation des Entgeltfaktors, des »Riester-Faktors« und des Nachhaltigkeitsfaktors (= Anpassungsfaktor) mit dem bisherigen AR:

AR2019 = 32,03 Euro x 1,0239 x 1,0013 x 1,0064
= 32,03 Euro x 1,0318
= 33,05 Euro.

Der Anpassungsfaktor beträgt somit 1,0318; hieraus resultiert eine Erhöhung des AR um 3,18 Prozent von 32,03 Euro auf 33,05 Euro.

In den Jahren 2019 bis 2025 ist abschließend noch zu prüfen, ob mit dem nach der Anpassungsformel ermittelten AR das Sicherungsniveau vor Steuern (SvS, § 154 Absatz 3a SGB VI) des laufenden Jahres in Höhe von 48 Prozent unterschritten wird. Sollte dies der Fall sein, ist der rechnerische AR nach § 255e SGB VI so anzuheben, dass das SvS mindestens 48 Prozent beträgt (Niveau-Haltelinie). Der Ausgleichsbedarf aufgrund von in der Vergangenheit wegen der allgemeinen Schutzklausel unterbliebener Anpassungsdämpfungen (nicht realisierte nominale Rentenkürzungen) ist bis zum 30. Juni 2026 durch das RV-LVuStabG RV-LVuStabG auf 1,0000 festgeschrieben. Die bislang erforderliche jährliche (Neu-) Bestimmung des Ausgleichsbedarfs ist bis dahin ausgesetzt. Damit wird gewährleistet, dass die Niveau-Haltelinie nicht nachträglich (durch spätere Verrechnung mit einem evtl. zwischenzeitlich aufgelaufenen Ausgleichsbedarfs) wieder »einkassiert« wird.

Das Sicherungsniveau vor Steuern (SvS) des Kalenderjahres ist der Verhältniswert aus der verfügbaren Standardrente (vStR) und dem verfügbaren Durchschnittsentgelt (vDE):

SvS

Standardrente (StR) ist die Regelaltersrente aus der allgemeinen Rentenversicherung mit 45 Entgeltpunkten (EP), die sich unter Zugrundelegung des ab dem 1. Juli des betreffenden Kalenderjahres geltenden AR für zwölf Monate berechnet (Neue Berechnung des Rentenniveaus Neue Berechnung des Rentenniveaus).

StRt = ARt x 45 x 12

StR2019 = 33,05 Euro x 45 x 12 = 17.847,00 Euro

Die verfügbare Standardrente (vStR) ergibt sich, indem die Standardrente um den von den Rentnerinnen und Rentnern zu tragenden allgemeinen Beitragssatzanteil (aKVR) sowie den Anteil des durchschnittlichen Zusatzbeitragssatzes (dzKVR) zur Krankenversicherung und den Beitragssatz zur sozialen Pflegeversicherung ohne Beitragszuschlag für Kinderlose (sPVR) gemindert wird.

vStRt = StRt x [1 - (aKVRt + dzKVRt + sPVRt)]

vStR2019 = 17.847 Euro x [1 – (0,073 + 0,0045 + 0,0305)]

vStR2019 = 17.847 Euro x 0,892 = 15.919,52 Euro.

Die verfügbare Standardrente 2019 beträgt demnach 15.919,52 Euro.

Das verfügbare Durchschnittsentgelt (vDE) des jeweiligen Kalenderjahres wird ermittelt, indem das verfügbare Durchschnittsentgelt des Vorjahres (2018: 32.064 Euro – vorgegeben durch das RV-LVuStabG RV-LVuStabG) mit dem Entgeltfaktor der Anpassungsformel (vgl. oben) und der Veränderung der Nettoquote des Arbeitsentgelts (NQA) im jeweiligen Kalenderjahr gegenüber dem Vorjahr vervielfältigt wird.

verfügbares Durchschnittsentgelt

Die Nettoquote des Arbeitsentgelts wird ermittelt, indem vom Wert 100 Prozent der vom Arbeitnehmer zu tragende Anteil des Gesamtsozialversicherungsbeitragssatzes (§ 163 Abs. 10 SGB VI) des betreffenden Kalenderjahres abgezogen wird. Der Gesamtsozialversicherungsbeitragssatz (GSV) ergibt sich aus der Summe der zum 1. Januar des Kalenderjahres geltenden Beitragssätze in der allgemeinen Rentenversicherung (aRV), in der gesetzlichen Pflegeversicherung (sPV) sowie zur Arbeitsförderung (BA) und des um den durchschnittlichen Zusatzbeitragssatz (dzKV) erhöhten allgemeinen Beitragssatzes in der gesetzlichen Krankenversicherung (aKV); seit 2019 werden alle Komponenten des GSV paritätisch von Arbeitgeber und Arbeitnehmer finanziert (zuvor war der Zusatzbeitragssatz der KV alleine von den Arbeitnehmern zu finanzieren).

NQAt = = 100% - (aRVAt + BAAt + aKVAt + dzKVAt + sPVAt)

NQA2018 = 100% - (9,3 + 1,5 + 7,3 + 1,0 + 1,275)

= 79,625%

NQA2019 = 100% - (9,3 + 1,25 + 7,3 + 0,45 + 1,525)

= 80,175%.

Gegenüber 2018 entspricht dies einer Erhöhung der Nettoquote des Arbeitsentgelts in 2019 um 0,69 Prozent (80,175/79,625). Daraus resultiert ein verfügbares Durchschnittsentgelt 2019 in Höhe von:

vDE2019 = 32.064 Euro x 1,0239 x 1,0069

= 33.056,86 Euro.

Mit dem nach der Rentenanpassungsformel ermittelten rechnerischen AR in Höhe von 33,05 Euro ergibt sich ein Sicherungsniveau vor Steuern für das Jahr 2019 in Höhe von 48,16 Prozent:

SvS 2019

Die Niveau-Haltelinie von 48 Prozent wird damit nicht unterschritten.


Aktueller Rentenwert (Ost) 2019

Der nach § 255a Abs. 1 SGB VI zu bestimmende AR (Ost) muss zum 1. Juli 2019 96,5 Prozent des AR betragen.

AR(O)2019 = 33,05 Euro x 0,965 = 31,89 Euro.

Im Rahmen der Vergleichsberechnung (§ 255a Abs. 2 SGB VI) ergibt sich auf Basis der Anpassungsformel und der ostdeutschen Lohnentwicklung (vgl. oben) ein Vergleichswert (VGW) von

VGWt = VGWt-1 x 1,0299 x 1,0013 x 1,0064

VGW2019 = 30,69 Euro x 1,0299 x 1,0013 x 1,0064

= 30,69 Euro x 1,0378

= 31,85 Euro.

Der Vergleichswert nach § 255a Abs. 2 SGB VI (31,85 Euro) übersteigt den nach § 255a Abs. 1 SGB VI berechneten AR (Ost) (31,89 Euro) nicht. Somit beträgt der festzusetzende aktuelle Rentenwert (Ost) ab 1. Juli 2019 31,89 Euro. Dies entspricht einem Anpassungssatz (Ost) von 3,91 Prozent. – Ab Juli 2019 erreicht der aktuelle Rentenwert (Ost) 96,49 Prozent des aktuellen Rentenwerts.

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