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»Diffusionsniveau«

Ein zusätzlicher Maßstab für die Verteilungsposition der Renten

Diffusionsniveau04. Mai 2020 | Ende März legte die Kommission Verlässlicher Generationenvertrag nach knapp zweijähriger Arbeit ihre Empfehlungen vor. Dort findet sich auch ein bislang kaum kommentierter Vorschlag: Die durch die Rentenversicherung erreichbare Verteilungsposition im Alter soll künftig nicht mehr nur an der Relation von verfügbarer Standardrente zum verfügbaren Durchschnittsentgelt (Rentenniveau) gemessen werden, sondern auch an der Höhe der verfügbaren Standardrente im Verhältnis zum durchschnittlichen Bedarf in der Altersgrundsicherung.

Der Vorschlag scheint geeignet, die Debatte rund um die Fürsorgeresistenz des Rentensystems ein Stück weit zu objektivieren und aus der argumentativen Umklammerung des gängigen – damit aber nicht unbedingt auch zielführenden – Verweises auf die relativ geringe Grundsicherungsquote von Altersrentnern herauszulösen.

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Gute Beschäftigungslage im Vorjahr lässt Renten noch einmal kräftig steigen

Rentenanpassung 2020

aktueller_rentenwert_PS06. April 2020 | Zum 1. Juli 2020 werden die Renten der rund 21 Millionen Rentnerinnen und Rentner turnusgemäß angepasst. Der aktuelle Rentenwert steigt um 3,45 Prozent von 33,05 Euro auf 34,19 Euro und der aktuelle Rentenwert (Ost) wird um 4,20 Prozent von 31,89 Euro auf 33,23 Euro erhöht. Die Faktoren der Anpassungsformel tragen in unterschiedlicher Weise zum Ausmaß der diesjährigen Rentenerhöhung bei. Zudem sind für Renten (-teile), die auf Entgeltpunkten (Ost) basieren, die Vorgaben des Rentenüberleitungs-Abschlussgesetzes zu beachten (Angleichungstreppe der Ostrenten). Und schließlich müssen die Anpassungen in den Jahren 2019 bis 2025 sicherstellen, dass das Rentenniveau den Wert von 48 Prozent nicht unterschreitet (Niveau-Haltelinie).

Rentenversicherungsbericht 2019

Gesamtversorgungsniveau hat nur geringen Erkenntniswert

rentenversicherungsbericht18. November 2019 | Wie all die Jahre zuvor erweckt auch der neue Rentenversicherungsbericht wieder den Eindruck, die drastische Senkung des Rentenniveaus seit der Jahrhundertwende könne durch staatlich geförderte Privatvorsorge aufgefangen werden. »Das gesamte Versorgungsniveau aus Sicherungsniveau vor Steuern einschließlich einer Riester-Rente kann über den gesamten Vorausberechnungszeitraum der Rentenzugänge zwischen gut 51% und gut 53% gehalten werden« – heißt es dort. Diese Aussage aber hat so gut wie keinerlei Erkenntniswert.

Prozess systemischer Verschmelzung

Die Entwicklung von Grundsicherung und Altersrente seit 2003

Grundsicherung und Rente15. Oktober 2019 | Der Anteil der Altersrenten, der durch Grundsicherungsleistungen aufgestockt wird, liegt seit einigen Jahren relativ konstant bei aktuell 2,6 Prozent. Der Anteil der Altersrenten mit einem Zahlbetrag unterhalb des durchschnittlichen Grundsicherungsbedarfs war zuletzt sogar rückläufig. Scheinbar konträr dazu steht der Befund einer seit dem Paradigmenwechsel in der Alterssicherungspolitik zu Beginn des vergangenen Jahrzehnts deutlich fortgeschrittenen systemischen Verschmelzung von Grundsicherung und Altersrente.

Wie umgehen mit Arbeitslosigkeit bei der Rente?

Forderung nach Beiträgen wegen ALG-II-Bezugs überzeugt nicht

Alo und Rente02. September 2019 | Seit rund zehn Jahren zählt die (Wieder-) Einführung von Rentenbeiträgen für Bezieher von Arbeitslosengeld II zu den sozialpolitischen Standardforderungen von Gewerkschaften, Sozial- und Wohlfahrtsverbänden sowie der Partei DIE LINKE. Der Bund soll Beiträge zur Rentenversicherung auf Basis des halben Durchschnittsentgelts aller Versicherten entrichten. Ein Jahr ALG-II-Bezug ergäbe dann eine einheitliche Rentenanwartschaft in Höhe von 0,5 Entgeltpunkten. - So plausibel die Forderung auf den ersten Blick erscheinen mag, so unausgegoren erweist sie sich auf den zweiten Blick. Es gibt eine überzeugendere Lösung zur rentenrechtlichen Absicherung von (Langzeit-) Arbeitslosen – und die ist in Teilen für eine kleine Personengruppe arbeitsloser ALG-II-Bezieher schon heute geltendes Recht.

Empfängerquoten 2005 bis 2018

Grundsicherung im Alter und bei Erwerbsminderung nach Ländern

19. August 2019 | Im Dezember 2018 erhielten bundesweit gut eine Million Personen Leistungen der Grundsicherung im Alter und bei Erwerbsminderung nach Kapitel 4 SGB XII. Bezogen auf die erwachsene Wohnbevölkerung entsprach dies einer Grundsicherungsquote von 1,55 Prozent. Zwischen den Bundesländern differieren die Anteile zum Teil drastisch. Vor allem bei der Grundsicherung im Alter heben sich die fünf neuen Bundesländer deutlich positiv ab vom Rest der Republik.

Ist der Sinkflug der Erwerbsminderungsrenten gestoppt?

Erwerbsminderungsrenten-Zugang 2018

12. August 2019 | Der durchschnittliche Zahlbetrag der knapp 168.000 im Jahr 2018 neu zugegangenen Renten wegen Erwerbsminderung (EM-Renten) betrug im Westen 730 Euro und im Osten 753 Euro. Trotz des deutlichen Anstiegs der Zahlbeträge während der laufenden Dekade befinden sich die EM-Renten seit der Jahrtausendwende im Sinkflug. Der Blick alleine auf die Entwicklung der Zahlbeträge im jeweiligen Zugangsjahr lässt diesen Trend allerdings nicht erkennen. 

Mikrozensus & Co

Messung von Einkommensarmut

armutsrisiko-mikrozensus30. Juli 2019 | Einkommensarmut wird anhand von Indikatoren zur Ungleichheit der Einkommensverteilung gemessen. Danach gilt als armutsgefährdet, wer ein monatliches Einkommen unterhalb von 60 Prozent des Durchschnitts bezieht. Armutsgefährdet – und nicht arm – unter anderem deshalb, weil nur Einkommen erfasst werden und Vermögen ebenso wenig berücksichtigt werden wie tatsächliche Bedarfe. 

Gesetzliche Neuregelung senkt Durchschnittsbetrag

Bruttobedarf in der Grundsicherung nach SGB XII

grusi_sgbxii_brutto_netto_bedarf_PS13. August 2018 | Anfang August veröffentlichte das Statistische Bundesamt die Daten zur Grundsicherung nach SGB XII (Sozialhilfe) für den Monat März 2018. Gegenüber den Werten für Dezember 2017 ist der durchschnittliche Bruttobedarf fast durchgängig gesunken. Gleichzeitig legte der durchschnittliche Nettobedarf weiter zu.

RV-LVuStabG

Neue Berechnung des Rentenniveaus

rentenniveaus_PS30. Juli 2018 | Das »Rentenpaket 2018« bringt eine Haltelinie fürs Rentenniveau - unter 48 Prozent soll es bis 2025 nicht sinken. In diesem Zusammenhang erfolgt eine neue Berechnung des so genannten Sicherungsniveaus vor Steuern. Zwar gibt die Entwicklung des Rentenniveaus auch künftig Auskunft über die Entwicklung der Leistungsfähigkeit des Rentensystems; aufgrund einer Reihe von Einflussfaktoren verliert allerdings die absolute Höhe des Niveaus, also die Lohnersatzrate, immer mehr an Aussagekraft.