Portal Sozialpolitik

Rentenversicherungsbericht 2019

Gesamtversorgungsniveau hat nur geringen Erkenntniswert

rentenversicherungsbericht18. November 2019 | Wie all die Jahre zuvor erweckt auch der neue Rentenversicherungsbericht wieder den Eindruck, die drastische Senkung des Rentenniveaus seit der Jahrhundertwende könne durch staatlich geförderte Privatvorsorge aufgefangen werden. »Das gesamte Versorgungsniveau aus Sicherungsniveau vor Steuern einschließlich einer Riester-Rente kann über den gesamten Vorausberechnungszeitraum der Rentenzugänge zwischen gut 51% und gut 53% gehalten werden« – heißt es dort. Diese Aussage aber hat so gut wie keinerlei Erkenntniswert.

Prozess systemischer Verschmelzung

Die Entwicklung von Grundsicherung und Altersrente seit 2003

Grundsicherung und Rente15. Oktober 2019 | Der Anteil der Altersrenten, der durch Grundsicherungsleistungen aufgestockt wird, liegt seit einigen Jahren relativ konstant bei aktuell 2,6 Prozent. Der Anteil der Altersrenten mit einem Zahlbetrag unterhalb des durchschnittlichen Grundsicherungsbedarfs war zuletzt sogar rückläufig. Scheinbar konträr dazu steht der Befund einer seit dem Paradigmenwechsel in der Alterssicherungspolitik zu Beginn des vergangenen Jahrzehnts deutlich fortgeschrittenen systemischen Verschmelzung von Grundsicherung und Altersrente.

Wie umgehen mit Arbeitslosigkeit bei der Rente?

Forderung nach Beiträgen wegen ALG-II-Bezugs überzeugt nicht

Alo und Rente02. September 2019 | Seit rund zehn Jahren zählt die (Wieder-) Einführung von Rentenbeiträgen für Bezieher von Arbeitslosengeld II zu den sozialpolitischen Standardforderungen von Gewerkschaften, Sozial- und Wohlfahrtsverbänden sowie der Partei DIE LINKE. Der Bund soll Beiträge zur Rentenversicherung auf Basis des halben Durchschnittsentgelts aller Versicherten entrichten. Ein Jahr ALG-II-Bezug ergäbe dann eine einheitliche Rentenanwartschaft in Höhe von 0,5 Entgeltpunkten. - So plausibel die Forderung auf den ersten Blick erscheinen mag, so unausgegoren erweist sie sich auf den zweiten Blick. Es gibt eine überzeugendere Lösung zur rentenrechtlichen Absicherung von (Langzeit-) Arbeitslosen – und die ist in Teilen für eine kleine Personengruppe arbeitsloser ALG-II-Bezieher schon heute geltendes Recht.

Empfängerquoten 2005 bis 2018

Grundsicherung im Alter und bei Erwerbsminderung nach Ländern

19. August 2019 | Im Dezember 2018 erhielten bundesweit gut eine Million Personen Leistungen der Grundsicherung im Alter und bei Erwerbsminderung nach Kapitel 4 SGB XII. Bezogen auf die erwachsene Wohnbevölkerung entsprach dies einer Grundsicherungsquote von 1,55 Prozent. Zwischen den Bundesländern differieren die Anteile zum Teil drastisch. Vor allem bei der Grundsicherung im Alter heben sich die fünf neuen Bundesländer deutlich positiv ab vom Rest der Republik.

Ist der Sinkflug der Erwerbsminderungsrenten gestoppt?

Erwerbsminderungsrenten-Zugang 2018

12. August 2019 | Der durchschnittliche Zahlbetrag der knapp 168.000 im Jahr 2018 neu zugegangenen Renten wegen Erwerbsminderung (EM-Renten) betrug im Westen 730 Euro und im Osten 753 Euro. Trotz des deutlichen Anstiegs der Zahlbeträge während der laufenden Dekade befinden sich die EM-Renten seit der Jahrtausendwende im Sinkflug. Der Blick alleine auf die Entwicklung der Zahlbeträge im jeweiligen Zugangsjahr lässt diesen Trend allerdings nicht erkennen. 

Mikrozensus & Co

Messung von Einkommensarmut

armutsrisiko-mikrozensus30. Juli 2019 | Einkommensarmut wird anhand von Indikatoren zur Ungleichheit der Einkommensverteilung gemessen. Danach gilt als armutsgefährdet, wer ein monatliches Einkommen unterhalb von 60 Prozent des Durchschnitts bezieht. Armutsgefährdet – und nicht arm – unter anderem deshalb, weil nur Einkommen erfasst werden und Vermögen ebenso wenig berücksichtigt werden wie tatsächliche Bedarfe. 

Lohn- und Beschäftigungsplus lassen Renten um gut drei Prozent steigen

Rentenanpassung 2019

aktueller_rentenwert_PS28. März 2019 | Zum 1. Juli 2019 werden die Renten der rund 21 Millionen Rentnerinnen und Rentner turnusgemäß angepasst. Der aktuelle Rentenwert steigt um 3,18 Prozent von 32,03 Euro auf 33,05 Euro und der aktuelle Rentenwert (Ost) wird um 3,91 Prozent von 30,69 Euro auf 31,89 Euro erhöht. Die Faktoren der Anpassungsformel tragen in unterschiedlicher Weise zum Ausmaß der diesjährigen Rentenerhöhung bei. Zudem sind für Renten (-teile), die auf Entgeltpunkten (Ost) basieren, die Vorgaben des Rentenüberleitungs-Abschlussgesetzes zu beachten (Angleichungstreppe der Ostrenten). Und schließlich müssen die Anpassungen in den Jahren 2019 bis 2025 sicherstellen, dass das Rentenniveau den Wert von 48 Prozent nicht unterschreitet (Niveau-Haltelinie).

Grundrente

Das Drei-Komponenten-Modell des Bundesarbeitsministers

grundrente_bmas_1_PS25. Februar 2019 | Im Zentrum der öffentlichen Debatten um das »Grundrenten«-Modell des Bundesarbeitsministers steht bislang ausschließlich die vorgesehene Aufstockung niedriger Renten – ohne Bedürftigkeitsprüfung. Die von Hubertus Heil (SPD) ebenfalls vorgeschlagenen zusätzlichen Freibeträge im Fürsorge- sowie im Wohngeldrecht finden demgegenüber nur vergleichsweise wenig Resonanz. Vor allem das Zusammenspiel der drei »Grundrenten«-Komponenten wurde bislang überhaupt noch nicht in den Blick genommen.

link-intern12x12 »Vorleistungsabhängige Fürsorge« soll ausgebaut werden

Auswirkungen auf Hartz-IV-Abhängigkeit und Haushalts-Einkommen

Die Reform des Kinderzuschlags im Rahmen des StaFamG

StaFamG-Allein-2K-2019-2_PS29. Januar 2019 | Im Rahmen des Entwurfs für ein Starke-Familien-Gesetz ist unter anderem eine zweistufige Reform des Kinderzuschlags vorgesehen. Portal Sozialpolitik hat die Auswirkungen des Reformvorhabens untersucht - für verschiedene Haushaltstypen, hinsichtlich der erfassten Bruttolohn-Intervalle sowie mit Blick auf das am Ende verfügbare Einkommen der Haushalte.

Gesetzliche Neuregelung senkt Durchschnittsbetrag

Bruttobedarf in der Grundsicherung nach SGB XII

grusi_sgbxii_brutto_netto_bedarf_PS13. August 2018 | Anfang August veröffentlichte das Statistische Bundesamt die Daten zur Grundsicherung nach SGB XII (Sozialhilfe) für den Monat März 2018. Gegenüber den Werten für Dezember 2017 ist der durchschnittliche Bruttobedarf fast durchgängig gesunken. Gleichzeitig legte der durchschnittliche Nettobedarf weiter zu.

Kommissionsmitglied polemisiert gegen Umlagesystem

Ein stabiles Rentenniveau? - »Unbezahlbar!«

rentenniveau_48_2060_PS09. Mai 2018 | Am 3. Mai hat Arbeitsminister Hubertus Heil (SPD) die Mitglieder der Rentenkommission »Verlässlicher Generationenvertrag« vorgestellt. Unter ihnen ist auch Axel Börsch-Supan, Direktor des Munich Center for Economis of Aging. Dieser hatte genau zehn Tage zuvor eine dauerhafte Stabilisierung des Rentenniveaus bei 48 Prozent als »unbezahlbar« deklariert. 

»Boah krass«

493 Milliarden Euro für ein bisschen mehr Rentenniveau?

rentenniveau-48-porzent-kumulierte-zusatzkosten_PS28. August 2018 | »Wir werden darauf bestehen, dass die Bundesregierung ein stabiles Rentenniveau auch in den Zwanziger- und Dreißigerjahren gewährleistet und ein plausibles Finanzierungsmodell vorlegt.« - So Finanzminister Scholz (SPD) vor gut einer Woche. Die Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung beziffert die Kosten für ein stabiles Rentenniveau von 48 Prozent bis 2040 auf 493 Milliarden Euro und beruft sich dabei auf einen »renommierten Rentenökonomen«.

RV-LVuStabG

Neue Berechnung des Rentenniveaus

rentenniveaus_PS30. Juli 2018 | Das »Rentenpaket 2018« bringt eine Haltelinie fürs Rentenniveau - unter 48 Prozent soll es bis 2025 nicht sinken. In diesem Zusammenhang erfolgt eine neue Berechnung des so genannten Sicherungsniveaus vor Steuern. Zwar gibt die Entwicklung des Rentenniveaus auch künftig Auskunft über die Entwicklung der Leistungsfähigkeit des Rentensystems; aufgrund einer Reihe von Einflussfaktoren verliert allerdings die absolute Höhe des Niveaus, also die Lohnersatzrate, immer mehr an Aussagekraft. 

Vermeintlich lebensnahes Beispiel

»Wer mehr arbeitet, hat weniger Geld«

arbeitsgesetze29. März 2018 | Nachdem der Nachweis, Hartz IV lohne sich oft mehr als Arbeit, kläglich gescheitert war, versucht es die Frankfurter Allgemeine Zeitung nun einmal anders herum: »Wer mehr arbeitet, hat weniger Geld.« Portal Sozialpolitik hat auch diesmal nachgerechnet und kommt zu einem völlig anderen Befund.

link-intern12x12 »Hartz IV lohnt sich oft mehr als Arbeit«